6 Meistertitel

An den vergangenen beiden Wochenenden herrschte für unsere Armbrustschützen Hochbetrieb. Am 28.Juli fand im Schießlokal der Schützengilde Münster die Tiroler Meisterschaften statt. Am 04. und 05. August wurden dann am Hauptschießstand Innsbruck die Österreichischen Meisterschaften und Staatsmeisterschaften ausgetragen. Die Bilanz unserer kleinen Armbrust-Mannschaft kann sich wahrlich sehen lassen: nicht weniger als 6 Meistertitel gingen nach Roppen, wobei ein Waffendefekt einen weiteren Titel verhindert hat. Bei den Staatsmeisterschaften wurde zudem ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Schützengilde Roppen geschrieben: Katharina konnte den ersten Staatsmeistertitel in einer Einzelwertung erzielen.
Tiroler Meisterschaften
Die Wertung in der Klasse U23 (männlich und weiblich gemischt) waren eine ganz klare Angelegenheit für Marie-Theres Auer. Mit 388 Ringen gewann sie diese Wertung mit einen Vorsprung von acht Ringen. Noch deutlicher konnte Hans-Hermann Auer die Konkurrenz in der Klasse Senioren 1 hinter sich lassen und holte sich mit 370 Ringen überlegen den Titel des Tiroler Meisters. Großes Pech hatte Katharina Auer: nachdem sie mit 6 wunderschönen Zehnerwertungen in den Wettkampf gestartet war, signalisierte ein lauter Knall, dass irgend etwas an ihrer Armbrust kaputt gegangen war, wobei der Armbrust äußerliche nichts anzusehen war. Katharina versuchte dann zwar noch weiter zu machen, das Ergebnis waren aber unkontrollierbare Schüsse, die irgendwo landeten. Nach 12 Schuss musste sie dann den Wettkampf abbrechen und den sicheren Meistertitel abschreiben. Das größere Problem war aber die Frage, ob es möglich sein wird, ihre Armbrust bis zur Staatsmeisterschaft zu reparieren.
Mit den beiden Meistertitel durch Marie-Theres und Hans-Hermann war die Tiroler Meisterschaft trotzdem ein voller Erfolg.
Österreichische Meisterschaften
Frauen
Bei den Frauen galt Katharina in Vorfeld ganz klar als Favoritin auf den Meistertitel. Allerdings war da ja noch das Problem mit ihrer defekten Armbrust. Dazu muss man wissen, dass es weltweit nur 2-3 Spezialisten gibt, die eine solche Armbrust reparieren können. Einer davon ist in der Gegend von Nürnberg ansässig und der hatte sich für die Österreichischen Meisterschaften angekündigt. Mit diesem Spezialisten konnte kurzfristig vereinbart werden, dass er sich am Freitag vor der Meisterschaft gemeinsam mit Katharina die Armbrust anschaut um heraus zu finden, was kaputt gegangen war. Nach unzähligen Probeschüssen und nachdem etliche Teile untersucht worden waren konnte der Karbonbogen der Armbrust als Verursacher der Probleme ausgemacht werden. Äußerlich zeigte der zwar keinerlei Schäden, war aber zweifelsfrei für die unkontrollierbaren Schüsse verantwortlich. Nachdem dann ein neuer Bogen eingebaut wurde, passten die Schüsse wieder. Blieb noch die Fragen, ob sich die ganze Situation um ihre Armbrust auf das Selbstvertrauen von Katharina ausgewirkt hat. Bekanntermaßen entscheidet im Schießsport die mentale Verfassung ganz entscheidend über Sieg oder Niederlage.
Am Samstag eröffneten dann die Frauen bei knapp 30 Grad Hitze in der Schießhalle die Staatsmeisterschaften. Dabei ließ Katharina von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie die Probleme der Tage vorher komplett ausblenden konnte. Mit einem sensationellen Ergebnis von 395 Ringen schrammte sie gerade einmal um einen Ring am Österreichischen Rekord vorbei und nahm ihrer ersten Verfolgerin unglaubliche 9 Ringe ab. An dieses Ergebnis kam bei den ganzen Meisterschaften niemand auch nur annähernd heran. Der Sieger in der Männerwertung schaffte „nur“ 390 Ringe. Ihren Vorsprung konnte Katharina dann auch im anschließenden Finale mit der besten Finalserie problemlos verteidigen und sie sicherte sich damit ihren ersten Staatsmeistertitel in einer Einzelwertung. Gemeinsam mit Thomas Kostenzer und Julian Anrain (beide Schützengilde Münster) sicherte sie sich zudem mit einem Vorsprung von 20 Ringen den Titel des Österreichischen Mannschaftsmeister, wobei Katharina aufgrund ihrer überlegenen Leistung maßgeblich Anteil an diesem Sieg hatte.
U23
In der Klasse U23 gibt es bei den Österreichischen Meisterschaften – im Unterschied zu internationalen Bewerben – nur eine gemeinsame Wertung männlich und weiblich. Marie-Theres musste sich also auch mit den Burschen messen. Und das tat sie ähnlich souverän wie ihre Schwester: mit 389 Ringen im Grunddurchgang konnte sie sich gegenüber der Tiroler Meisterschaft noch einmal steigern und erzielte das drittbeste Ergebnis dieser Meisterschaften über alle Klassen hinweg und konnte in ihrer Klasse den zweitplatzierten Schützen um immerhin 4 Ringe hinter sich lassen. Auch sie konnte diesen Vorsprung durch das zweitbeste Finalergebnis problemlos verteidigen. Eine weitere Parallele zu ihrer Schwester stellte für Marie-Theres die Mannschaftswertung dar: auch hier gewann die Mannschaft Tirol 1 mit dem unglaublichen Vorsprung von 53 (!!) Ringen den Titel eines Österreichischen Meisters.
Senioren 1
Dass die von Hans-Hermann zuletzt gezeigten Leistungen nicht ausreichen würden, um bei der Entscheidung um den Österreichischen Meister mitzureden, war schon im Vorfeld klar. Das Ziel war daher ganz klar ähnlich wie im letzten Jahr (Rang 8) ein Platz unter den ersten Zehn. Mit dem exakt gleichen Ergebnis von 368 Ringen konnte er heuer Rang 7 erreichen. Leider war er der einzige Tiroler in dieser Klasse, wodurch Tirol natürlich auch keine Mannschaft stellen konnte.
Fazit
Dass sie mit der Armbrust im Moment in Österreich ganz klar das Aushängeschild Nr. 1 bei den Frauen ist, hat Katharina bei dieser Staatsmeisterschaft in eindrucksvoller Manier bestätigt. Dass Marie-Theres in der Lage ist, die Klasse U23 ähnlich zu dominieren, war nicht ganz so klar. Im nächsten Jahr muss sie dann in der Frauenklasse antreten und hat ihren Konkurrentinnen ein deutliches Signal gesendet, dass mit ihr von der ersten Minute an gerechnet werde muss.
Mit insgesamt 6 Goldmedaillen und damit mit 6 Meistertitel hat unser kleines Armbrust-Team einmal mehr seine Schlagkraft beweisen. Mit den gezeigten Leistungen haben Katharina und Marie-Theres zudem die Kaderzugehörigkeit für 2019 fixiert. Die ist im nächsten Jahr ganz besonders wichtig, da die IAU (wie berichtet) plant, ab 2019 Weltcup-Bewerbe auszuschreiben.
Bericht auf der Homepage des Österreichischen Schützenbundes
Bericht auf der Homepage des Tiroler Landesschützenbundes
- Tiroler Meisterin U23: Marie-Theres Auer
- Tiroler Meisterschaft Senioren 1: Landesschützenmeister Friedl Anrain, Franz Voglbauer (Silber), Hans-Hermann Auer (Tiroler Meister 2018), Hans-Peter Schrettl (Bronze)
- Hat gezeigt, dass sie für den Wechsel in die Frauenklasse bestens vorbereitet ist: Marie-Theres Auer
- Abgekämpft aber glücklich: Marie-Theres unmittelbar nach dem Finale bei den Österreichischen Meisterschaften
- Katharina im Finale der Frauen bei den Staatsmeisterschaften
- Über 32 Grad in der Halle und extrem abgestandene Luft hat den Schützinnen extrem zugesetzt. Katharina unmittelbar nach dem Finale noch ganz gezeichnet von den schwierigen Bedingungen
- Siegerbild U23
- Österreichischer Meister U23: die Mannschaft Tirol 1
- Die Finalistinnen in der Frauenklasse
- Gold für die Mannschaft Tirol
- Unsere Ausnahmeschützinnen mit den 4 Goldmedaillen der ÖM